Geschichte

 

"Mit einer Lotterie den Bau Finanziert"


Das Wasserberghaus auf dem Hausberg von Schlat wurde 1925 vom Schwäbischen Albverein erbaut. Wegen der schönen Aussicht ins Filstal, hinüber zu den Kaiserbergen, und weil sich in der Nähe eine Quelle befand. Damals wie heute ist das Wanderheim ein gern besuchtes Ausflugsziel.


Der Schwäbische Albverein konnte gar nicht anders, verstand es gar als seine „Pflicht jedem Freund der Natur gegenüber“ an Häuser zu bauen „um die Geselligkeit, das einende Band unter den Wanderern zu stärken“. Auch das passende Terrain zum Schneeschuhlaufen sah man als gegeben an.

Und nicht zuletzt war da auch noch der fantastische Blick hinunter in das Filstal und hinüber zu den Kaiserbergen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die Notwendigkeit ein Wanderheim zu bauen war vorhanden, ausreichende Geldmittel freilich nicht.

Eine Lotterie wurde veranstaltet. 

50 000 Lose sollten zum Preis von je einer Mark den Mitgliedern und Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins zum Kauf angeboten werden. Abzüglich der Lotteriekosten und der ausgelosten Preise in Höhe von 20 000 Mark kalkulierte man mit einem Gewinn von 25 000 Mark. 

Damit konnte gebaut werden. Die Rechnung ging auf, fiel sogar noch besser als erwartet aus, weil zahlreiche Albvereinsmitglieder auf die Inanspruchnahme ihre Gewinne verzichtet hatten. Mit 31 300 Mark aus der Lotterie und 16 775 Mark Zuschuss durch den Hauptverein wurden die Baukosten des Wasserberghauses in Höhe von 49 050 Mark fast komplett gesichert. 


Am 10. August 1924 fand die Grundsteinlegung statt und ein Dreivierteljahr lang waren insgesamt 13 Handwerksbetriebe aus der Umgebung am Bau beschäftigt. Es sollte ein „niedliches Häuschen werden, wie es im Schwarzwald deren viele gibt“

Alles Baumaterial musste von Hand oder von Pferdefuhrwerken gezogen nach oben geschafft werden. Ein mühsames, übermenschliches Unterfangen, wie der Chronist und Architekt Richard Gruber aus Eislingen berichtet. Entscheidend aber sei das Wasser gewesen. Ohne wäre das Haus auf dem Wasserberg zu kostspielig, wenn nicht gar unmöglich zu Errichten gewesen, schreibt er. 200 Meter vom Haus entfernt und 80 Meter tiefer gelegen befand sich eine Quelle. Mit einer hydraulischen Widderanlage konnte bis zu 2000 Liter Wasser täglich in zwei Wasserbehälter unter dem Dach des Wasserberghauses gedrückt werden.

Ausreichend um den Wasserbedarf für zirka 50 Wanderer, für die Schlafgelegenheiten eingerichtet wurden, abdecken zu können.

Am 17. Mai 1925 fand die Einweihung statt.

Im Untergeschoss hatte man vorausschauend eine Jugendherberge eingerichtet. So ergab es sich geradezu zwangsläufig, dass vor allem die Jugend in Schlat das Wasserberghaus vor, während und noch nach dem 2. Weltkrieg zum zentralen Treffpunkt machte.

1966 wurde ein Gästehaus angebaut. Seitdem verfügt das Wanderheim über 65 Schlaf- und Bettplätze. Neben Gruppenschlafräumen auch eine Anzahl von Einzel- und Doppelbettzimmern. 


Seit einigen Jahren wird das Brauchwasser von Schlat nach oben zum Wasserberghaus gepumpt.

2015 wurde die Fassade gestrichen und die Fenster erneuert.

 

Quelle: Geislinger Zeitung, .......

Das Wasserberghaus im Bau (Anfang 1925)


Blick auf das Wasserberghaus aus Richtung Südwest

 

Blick aus Richtung Nordwest